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Test: Nanoxia Deep Silence 3

Nachdem Nanoxia bereits die erste und zweite Version der Deep-Silence-Gehäuse auf den Markt gebracht hatte, folgte erst die vierte und fünfte Auflage, bis sich Nanoxia dann letztendlich dazu entschloss, die Nummer drei der Deep-Silence-Reihe im Nachhinein einzuführen. Mit einem Preis von ca. 65 Euro liegt man mit dem DS-3 im Bereich der Mittelklasse, wobei wir in diesem Test prüfen werden, ob das Gehäuse dem Preis entsprechend "nur" Mittelmaß ist.

Inhalt

Wenn man dem Postboten beim Tragen des Pakets zuschaut, gerät man selbst förmlich ins Schwitzen. Eine recht enorme Kiste wird einem vor die Haustür gesetzt und man kann sich am verzogenen Gesicht des Lieferers erschließen, dass innerhalb der Umverpackung einiges auf uns warten muss. Geöffnet offenbart sich uns das Gehäuse, welches zur Sicherheit vor Kratzern und sonstigen Schäden mit Styropor von den Seiten und rundum in Folie eingehüllt wurde.

Mit dabei sind diverse Schrauben, die wir im Laufe der Montage unserer Hardware benötigen werden, eine Bedienungsanleitung mit Erklärungen (plus Fotos), Kabelbinder zum platzsparenden Verlegen der Kabel und in unserem Fall zwei 140 mm-Lüfter der Marke Nanoxia. Zusätzlich bekommen wir ein Verlängerungskabel für die Energieversorgung unseres Prozessors (8-Pin-EPS) und einen Einbaurahmen für ein externes Laufwerk (3,5").


Spezifikationen

Nanoxia Deep Silence 3
Gehäusetyp: Midi Tower Max. Höhe d. CPU-Kühlers: 165 mm
Formfaktor: ATX, Micro-ATX, Mini-ITX 5,25" Schächte (extern): 3 Stk.
Gewicht: 9,3 kg 3,5/2,5" Schächte (intern): 5/3 Stk.
H/B/T: 456/207/520 mm Lüfter (vorne/hinten): 2/1 x 120 mm
Material: Stahl & Kunststoff Lüfter (oben/unten): 2/1 x 120 (140) mm
Max. Länge d. Grafikkarte: 345 mm




Verarbeitung & Erster Eindruck

Bevor man das Gehäuse überhaupt aus seiner Umverpackung befreit hatte, bemerkt man schnell, dass nicht jedes zarte Wesen dem Gewicht standhält. Satte 9,3 kg bringt das DS-3 auf die Waage und zeigt uns, dass nicht die Kabel oder Knöpfe daran Schuld sind, sondern das massive Gerüst aus Stahl.

Denn nach außen hin wirkt das DS-3 sehr schlicht, jedoch auch sehr robust zugleich. Neben Stahl wurde Kunststoff für die Vorderseite des Gehäuses verarbeitet. Dies soll dem Ganzen ein gewisses Finish geben, da der Kunststoff der Optik von gebürstetem Metall ähnelt und darüber hinaus die Umgebung matt spiegelt.

Als kleines Extra sind die Füße am Boden gummiert und mit einer chromfarbenen Lackierung versehen. Wir merken, dass dieses Gehäuse trotz einzelner Highlights nicht dazu entworfen wurde, Preise für das Aussehen zu gewinnen, sondern die Funktionalität in den Vordergrund zu stellen. 


Ausstattung & Konstruktion des Gehäuses

Das Nanoxia DS-3 bietet uns auf der Oberseite Anschlussmöglichkeiten für Kopfhörer und Mikrofone in Form von jeweils einem 3,5 mm-Klinkenanschluss, sowie zwei USB 3.0-Slots und einem USB 2.0-Slot. Hinter der Klappe für die Laufwerke finden wir auch noch zwei Regler die als Steuerungseinheit der Lüfter dienen sollen. Dementsprechend schließt man die eingebauten Lüfter so an, dass dessen Geschwindigkeit durch diesen Regler angepasst werden können. 

Das Innenleben des Gehäuses setzt sich aus drei wesentlichen Sektoren zusammen. Der größte dürfte für das Mainboard vorgesehen sein (erster Sektor), wobei nach Einbau des Mainboard der Platz rundherum doch etwas knapp wird und man sich beim Verlegen der Kabel in Geduld üben muss. Unterhalb des Mainboards (zweiter Sektor), wie bei den meisten Gehäusen, wird das Netzteil verbaut und hat, den Käfigen für die 2,5"/3,5"-Laufwerke gegenüber, genügend Freiraum für sämtliche Kabellagen. Diese Käfige bilden den dritten Sektor des Gehäuses, in dem die HDD/SSD-Festplatten und DVD-Laufwerke eingebaut werden. Ebenfalls aus Stahl sorgen sie dafür, dass bei angemessener Montage keine Bewegungsfreiheit für die Laufwerke mehr vorhanden ist, sodass die Magnetscheiben einer HDD-Festplatte durch ihre Schwingungen nicht zu Bruch gehen können.

Die verschraubten Wände des Gehäuses sind von innen mit einer schalldämmenden Schicht ausgestattet und geben das Gefühl von absoluter Stille, selbst wenn es innerhalb des PCs etwas heißer dahergeht. Dies hat den Vorteil, dass auch beispielsweise ein Standmikrofon im Dauerlauf keine störenden Geräusche wie die mehrerer Lüfter aufnimmt und die Aufnahme ruiniert.

Sind Mainboard, DVD-Laufwerke, Festplatten, Netzteil und CPU eingebaut fehlen nur noch die Grafikkarte und der CPU-Kühler. Im DS-3 können Grafikkarten mit einer Länge von bis zu 345 mm bedenkenlos eingebaut werden und durch die Entnahme des HDD-Käfigs bis zu 430 mm lang sein. An die Enthusiasten der größeren CPU-Kühler wurde ebenfalls gedacht und erlaubt Kühler mit einer maximalen Einbauhöhe von 165 mm.


Kühlung

Vor den Laufwerk-Käfigen verstecken sich zwei 120 mm-Lüfter, die für den Zustrom der Luft zuständig sind, während der gleich große Lüfter auf der Rückseite die erwärmte Luft aus dem Gehäuse transportiert. Sie arbeiten unheimlich leise mit nur 14dB und werden der Namensgebung dieser Reihe gerecht. Optional bekommt man die Möglichkeit zwei Elemente von innen auf der Oberseite, die zur Schalldämmung dienen, zu demontieren und sie durch zwei zusätzliche 140 mm-Lüfter zu ersetzen. Sie entlasten den Kühler auf der Rückseite des DS-3, um den Luftstrom aus dem Gehäuse heraus zu optimieren. 

Sollte es einem immer noch nicht luftig genug im DS-3 zugehen, kann auch auf der Unterseite, im Innern des Gehäuses, ein weiterer 140 mm-Lüfter für den Lufteingang montiert werden. Damit dürfte dann keine Hardware mehr heißlaufen, wovon auch bisher keine Spur zu sehen, hören, riechen oder spüren war. Staubfilter sorgen dafür, dass auch kein Staub in die Ventilatoren der Hardwarekomponenten gerät und halten das Gehäuse sauber. Allergiker brauchen somit keine Schutzmaske aufsetzen, wenn der Frühjahrsputz auch den Rechner daheim erwischen sollte.


Fotos

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Fazit

Mit dem Deep Silence 3 hat Nanoxia einen würdigen Nachfolger für das Deep Silence 2 gefunden und kann den Käufer mit Robustheit und Funktionalität für sich gewinnen. Man bekommt sowohl von außen, als auch von innen, vermittelt, dass dieses Gehäuse wie ein Fels in der Brandung steht und mit seinem Namen keine leere Versprechungen in den Raum wirft. 

Die Kühlung arbeitet flüsterleise und ist auch unter Vollast kaum bis gar nicht bemerkbar. Synergieeffekte werden durch die Regler am I/O-Panel erzeugt und erlauben es uns, bei Bedarf den Lüftern auch mal die Sporen zu geben. Die Möglichkeit drei weitere Kühler einzubauen ist ebenfalls positiv anzumerken, da bei Anwendungen mit hohen Anforderungen an GPU und CPU die Temperatur im Gehäuse schnell steigen kann. 

Platz für unsere Komponenten haben wir größtenteils genug, wobei man eigentlich schon aus Gewohnheit sagen muss, dass der Platz um ein verbautes Mainboard generell nicht wirklich groß ist. Durch mehrere Käfige für unsere Laufwerke bekommen wir auch unsere Speichermedien gut unter und dürfen uns auf den ein oder anderen Blu-Ray-Brenner zusätzlich zum DVD-Laufwerk einbauen.

Die Dämmung erfüllt ihren Zweck und gibt uns den Eindruck, dass der Rechner gar nicht im Betrieb ist. Jedoch hat alles Positive auch seine negativen Seiten. Diese sind in diesem Fall nicht tragisch. Lediglich die schlichte Optik und das hohe Gewicht steuern dem insgesamt positiven Eindruck des Deep Silence 3 entgegen. Somit ist dieses Gehäuse für Käufer mit hohen Ansprüchen in puncto Design nicht das Richtige. Sollte man sich im Wesentlichen auf die Funktionalität des Gehäuses konzentrieren und der Geldbeutel nicht der größte sein, so findet man mit dem Deep Silence 3 aus dem Hause Nanoxia dennoch einen treuen Gefährten für das Office daheim.



Testurteil: Sehr Gut (89/100)

Gold-Award

Nanoxia Deep Silence 3
 solide und hochwertige Verarbeitung
 kaum zu hören, gute Schalldämmung
 drei Lüfter vormontiert
 Regler für Geschwindigkeit der Lüfter
 mehrere Käfige für Laufwerke
 zahlreiche Möglichkeiten fürs Kabelmanagement
 schont den Geldbeutel
 Staubfilter vorhanden
 zeitloses Design ...
 ... jedoch auf Dauer langweilig
 ziemlich hohes Gewicht
 Kabel nur gummiert
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