Icon24.06.2015 19:17 by Onkelanti

Und es beginnt erneut - Kommentar zum Batman PC-Debakel

imageDa haben wir ihn. Den ersten großen GAU in diesem Jahr. Die PC-Version von Batman: Arkham Knight ist zur Zeit aus negativen Gründen in aller Spieler-Munde. Gestern berichteten wir über die schlechten Steam-Bewertungen aufgrund der stark mangelhaften PC-Portierung des Open World Action-Adventures. Nach den ersten Statements des Publishers Warner Bros. und dem Entwickler Rocksteady Studios, ist die Stimmung nur noch erhitzter.   

Man könnte sich fragen, ob verantwortliche Studio-Chefs rein gar nichts aus den vergangenen Monaten und Jahren gelernt haben. Deutlich zu sehen und zu spüren, war die Negativierung von Assassin's Creed Unity, obwohl die Konsolenversion, die zum Release weitestgehend in Ordnung war, die stärkste bzgl. der abgeworfenen Verkäufe war. Allein durch die versaute PC-Version, ist AC Unity im Nachgang bei so ziemlich dem Großteil der Spielerschaft, als der schlechteste Teil der Reihe bekannt. Und das obwohl wie schon mehrfach erwähnt, Unity definitiv kein schlechtes Spiel ist.

Daran ist deutlich zu sehen, wie mächtig eigentlich die PC Community sein kann. Da können sich noch so viele Kopien für die PlayStation 4 verkaufen lassen, alles andere spielt sich auf dem PC ab. Und auch der PC ist der Ursprung des Tenors einer allgemeinen Meinung über bestimmte Spiele und/oder Publisher.

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Gerade einmal 32% von über 7000 Steam-Bewertungen sind zum aktuellen Zeitpunkt positiv - Das spricht eine mehr als eindeutige Sprache

Und da kommt Warner Bros., ein Publisher der in der Vergangenheit weniger durch Negativ-Schlagzeilen aufgefallen ist. Zwar war die PC-Version von Batman: Arkham Origins zu Release kein Performance-Monster, konnte aber im Allgemeinen überzeugen. Wer es noch nicht weiß: Die PC Portierung von Arkham Knight wurde an das externe Studio Iron Galaxy Studios abgegeben. Dieses Vorgehen ist im Gegensatz zu dem Eindruck, den uns aktuell viele News-Seiten vermitteln, nichts neues. Wohl neu ist aber, dass man scheinbar gänzlich auf die Qualitätskontrolle verzichtet hat. Und das versteh ich beim besten Willen nicht. Warner Bros. ist ein großer Name. Die Rocksteady Studios ebenfalls, die sich mit den Vorgängern Arkham Asylum und Arkham City einen respektablen Ruf erarbeitet haben. Und völlig egal, wer denn jetzt die PC-Portierung übernommen hat, der Name von Rocksteady und Warner ist beim Start des Spiels zu sehen. Das und nichts anderes zählt aktuell. Und da ist es absolut unverständlich, dass man es sich leisten kann, derart schlampig mit PC-Spielern umzugehen.

Dass Transparenz zum Kunden nicht überall so groß geschrieben wird, wie zum Beispiel bei CD Project RED, ist völlig ok und auch legitim. Allerdings drohen Warner / Rocksteady auch Klagen wegen Irreführung im Wettbewerb. Sämtliche Videos wurden im Vorfeld mit 60 FPS beworben, mittlerweile weiß man, dass es nur 30 sind. Hier ist aber abzuwarten, inwieweit die Community zum Gegenschlag ausholt.

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In Arkham regnet es durchgehend - Einige Regen-Effekte fehlen auf dem (leistungsstärkeren) PC dennoch

Unabhängig von weiteren Details bleibt mir hier nur noch zu sagen, dass sich alle Beteiligten gehörig in die Nesseln gesetzt haben. Doppelopfer sind hier die Rocksteady Studios, die ertragen müssen, dass ihr guter Name in den Dreck gezogen wird, nur weil wahrscheinlich irgendwo Geld gespart werden wollte. Im Endeffekt ist es aber ein weiteres Armutszeugnis für die PC-Spieler, die sich voll und ganz berechtigt, langsam aber sicher mehr als verarscht vorkommen müssen.     
Quellen:
Tino 'Onkelanti' Weber
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