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Icon07.07.2017 13:56 by Skully

kuben: Ich könnte mit dem Gedanken an einen Spielerwechsel nicht arbeiten

imageAuf der ESL One Cologne lief es für Virtus.pro in der Swiss-Gruppenphase alles andere als rund. Damit setzt sich kurz vor dem Major in Krakau der Negativtrend des Teams fort. Die Spieler konnten ihre gewohnte Leistung nicht abrufen, am Ende verlor das Team frei Matches in Folge. Für Coach Jakub 'kuben' Gurczynski haperte es zwar an grundlegenden Fehlern, dies sei dennoch kein Grund für einen Spielerwechsel, wie er im Interview mit escene.de auf dem Event in Köln verriet.


Die Berichterstattung zur ESL One Cologne 2017 wird präsentiert von be quiet!

escene: Kuben, es gibt sicherlich bessere Momente für ein Interview. Eure Ergebnisse bei der ESL One waren alles andere als zufriedenstellend, daher die Frage: Wie stehst Du zu euren Ergebnissen der letzten Monate?
Jakub 'kuben' Gurczynski:
 Momente wie dieser kommen immer wieder, sowohl im normalen als auch im Esport. Die Top-Teams wie fnatic, Ninjas in Pyjamas oder G2 Esports waren auch über einige Zeit mit ihren Problemen beschäftigt. Jeder weiß, dass wir nach harten Schlägen zurückkommen können. Der wichtigste Punkt ist, nie aufzugeben. Wir wissen, wie hoch die Messlatte liegt und wir schaffen es immer wieder, mehr zu zeigen. Alles was wir brauchen, ist ein Sieg. Wenn wir verlieren, fehlt uns dieser zusätzliche Antrieb, den man durch einen Sieg bekommt. Wir brauchen einen Sieg, um besser auf die nächsten Spiele zugehen zu können.

VP enttäuscht - ein Sinnbild der aktuellen Form

Virtus.pro ist dafür bekannt, am Lineup festzuhalten und die Rollen der Spieler für anstehende Events zu tauschen. Jaroslaw 'pasha' Jarzabkowski schlug in einem Facebook-Post einen harten Ton an und sprach sogar davon, dass es ein Wunder wäre, wenn das Team im aktuellen Zustand zusammen bleiben würde. Wie stehst Du dazu?
Es sind seine Worte, wir sollten ihn darauf ansprechen. So wie ich ihn kenne, meinte er, dass ein beständiges Roster ein Wunder wäre, wenn wir weiterhin nur verlieren.



Deine Rolle als Coach des Teams sollte mit dem Fokus auf das Major sehr wichtig sein. Welche Ideen hast Du für das nächste Event und planst Du wichtige Änderungen?
Wir wollen nicht zu viel ändern. Wir wissen, dass unser genereller Spielplan stabil ist. Wir müssen, vor allem in wichtigen Runden in denen es beispielsweise 3vs3 oder 4vs4 steht, die wichtigen Kills holen. Wir machen zu viele typische Fehler und gaben immer wieder unseren Economy-Vorteil auf. Selbst wenn wir eine oder zwei Runden gewinnen, verlieren wir durch kleine Fehler.

Liegt das Problem eher in der Psyche und der Einstellung, oder gibt es einen Weg, diese speziellen Momente zu trainieren?
Es ist nicht das Training selbst. Selbst ohne einen Gegner ist es wichtig daran zu denken, was in diesen Situationen wichtig ist. Der Ingame-Leader kann sich zwar darauf konzentrieren, das Team auf derartige Dinge hinzuweisen, aber am Ende muss jeder sein eigenes Spiel spielen.

Im Hinblick auf das anstehende Krakau-Major und die Zeit, die Teams in die Vorbereitung für das Event investieren: Ist das generelle Timing der ESL One Cologne eher unpassend?
Das würde ich nicht sagen. Wir sind vor dem Atlanta-Major nach China geflogen, um dort an den WESG teilzunehmen. Das Event gab uns eine gewisse Perspektive auf unsere aktuelle Stärke, selbst nach der Niederlage gegen ein anderes polnisches Team. Wir wussten, dass wir es in Atlanta bis ins Finale schaffen können, wenn wir an kleinen Problemen arbeiten. Dann haben wir aber das Finale weggeworfen; wir hätten gewinnen sollen. Ich glaube nicht, dass es eine schlechte Idee ist, vor einem Major an einem anderen Turnier teilzunehmen.

Braucht Virtus.pro im Vorfeld zum Krakau-Major eher kleine, oder eine große Änderung?
Zum jetzigen Zeitpunkt sollten kleine Änderungen funktionieren. Sollten wir aber beim Major versagen... Ich spreche nicht davon, einen Spieler auszutauschen, weil ich mit der Einstellung nicht arbeiten könnte. Wir wissen, dass wir das aktuelle Lineup behalten wollen. Vielleicht wird ein Wechsel der Ingame-Rollen helfen. Und wenn wir versagen, bedeutet das, dass wir unseren vorher ausgelegten Plan für die Spiele vergessen haben.
Quellen:
Kai 'Skully' Engelkes
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